Fertiglager

Fertiglager

Allgemeine Anforderungen

Die Anforderungen an Pelletqualität und Lagersicherheit sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Sie werden durch Fertiglagersysteme besser gewährleistet als durch Lager im Eigenbau. Die Systeme beinhalten in der Regel neben dem eigentlichen Lagerbehälter auch die Befüllvorrichtung und bei einigen Systemen auch die Entnahmeeinheit zum Kessel. Fertiglager reduzieren den Planungs- und Montageaufwand gegenüber dem Eigenbaulager deutlich. Die statische Ausführung ist ebenso wie die Staubdichtheit vom Hersteller geprüft. Fertiglager lassen sich in Kellerräumen, aber auch in Garagen, unter Carports oder in Geräteschuppen einbauen, sofern die Zuführung zum Pelletkessel gewährleistet ist. Es ist zwingend erforderlich, dass Fertiglagersysteme entsprechend den Herstelleranweisungen aufgebaut und in Betrieb genommen werden. An hellen Aufstellungsorten ist auch auf die Beständigkeit des Lagermaterials gegen UV-Strahlung zu achten. Der Lieferant des Lagers (Heizungsbaufachbetrieb, Lagersystemhersteller) weiß, ob das Entnahmesystem des Lagers mit dem Pelletkessel kompatibel ist. Sollte keine Herstellerfreigabe vorliegen, liegt die Verantwortung beim Installateur. Er übernimmt die Gewährleistung für die Funktionseinheit Kessel, Entnahmesystem und Pelletlager. In einem Übergabeprotokoll sollte er die verwendeten Bauteile dokumentieren und deren fachgerechte Installation bescheinigen. Auch eine Freigabe des Lagerherstellers für die Lagerung von mit Öl imprägnierten Pellets sollte darin bestätigt werden. Fertiglagersysteme sind in verschiedenen Ausführungen verfügbar: für die Aufstellung im Gebäude, zur oberirdischen Aufstellung im Außenbereich und als Erdlager im Untergrund. Der folgende Abschnitt gibt eine Übersicht über die unterschiedlichen Lagersysteme. Sonderbauformen können bei den im Branchenverzeichnis gelisteten Unternehmen erfragt werden.

Anforderungen an den Aufstellraum

Die wichtigste Voraussetzung für die Aufstellung eines Fertiglagersystems ist ein tragfähiger Untergrund in Form eines waagerechten Bodens. Andernfalls müssen Unebenheiten mit geeignetem Unterlegmaterial (z. B. Stahlplatten) korrigiert werden. Die Tragfähigkeit des Bodens muss je nach Lagertyp für Punkt- oder Flächenlasten ausgelegt sein. Der Aufstellraum darf nicht zu feucht sein. Kellerfeuchte Räume mit bis zu 80 Prozent Luftfeuchtigkeit im jahreszeitlichen Maximum sind als Aufstellort geeignet, solange die Luft das Gewebe umströmen kann. Der Raum muss so gut belüftet werden, dass die Bildung von Kondenswasser verhindert wird. Bei Gewebesilos ist darauf zu achten, dass das Gewebe nicht an den Wänden anliegt und die Holzpellets nicht feucht werden. Auch Befüllleitungen müssen vor Wassereintritt geschützt werden. Es sind ausschließlich Befüllkupplungen mit entsprechender Dichtung zu verwenden. Abstand von Wänden und Decke Viele Lagersysteme benötigen einen angemessenen Abstand zu den Umfassungsflächen (Wände, Decke und eventuell Boden). Dabei ist auch die Ausdehnung des Gewebesilos beim Einblasen zu berücksichtigen. Zu Beginn des Einblasvorgangs wird bei einigen Fertiglagern das Gewebe aufgeblasen, damit sich der durchhängende Gewebedeckel nach oben hebt, bevor die Pellets in das Lager strömen. Generell darf das aufgeblasene Gewebe nicht an Einbauten stoßen oder durch eine zu geringe Raumhöhe in seiner Ausdehnung behindert werden, soweit es nicht der Lagerhersteller ausdrücklich freigegeben hat. Fertiglager ohne nach außen führende Befüllleitung benötigen eine ausreichende Montagefreiheit um die Kupplungen herum, damit kein enger Anschlussbogen zwischen Befüllkupplung und dem Einblasschlauch erforderlich wird. Der Abstand zwischen Anschlusskupplung und Wänden sollte deshalb mindestens 1 m betragen. Der DEPV empfiehlt das Verlegen von festen Befüllleitungen mit Anschlussstutzen in der Außenwand.

Da es ganz individuelle Lagersysteme gibt, ist es erforderlich, die Befüllanleitung des Fertiglagersystems für den Pelletlieferanten gut sichtbar am Pelletlager anzubringen.

Abstand von Einbauten

Lagersysteme, die durch den Förderluftstrom aufgeblasen werden, müssen so aufgestellt werden, dass sie nicht durch Raumeinbauten (z. B. Lampen, Rohrleitungen etc.) beschädigt werden können. Das Gewebe im Aufprallbereich des Pelletstrahls darf nicht an Einbauten anliegen. Zu beachten ist auch:

  • Rohrleitungen können undicht werden oder zur Schwitzwasserbildung neigen.
  • Rohrleitungen dürfen die Flugbahn der Pellets nicht kreuzen und das Gewebe darf nicht anliegen, da es sonst zu einem erhöhten Feinanteil bei der Einlagerung und zu einer Beschädigung des Gewebes kommen kann.
  • Das Gewebe darf sich nicht an die Decken- oder Wandbeleuchtung anlehnen, da es durch deren Wärmeentwicklung beschädigt werden kann.
  • Ein Gewebesilo sollte sich komplett entfalten können: Es dürfen keine Falten entstehen, die in den Einblasstrom ragen und zu Beschädigungen des Gewebes führen können.
  • Die Lage der Einblasstutzen im Gewebetank muss so gewählt werden, dass die Pellets nur auf die dafür verstärkten Gewebebereiche prallen und keine Nähte beschädigen.

Erdung

Die am häufigsten verwendeten Fertiglagersysteme werden im Keller oder Außenbereich aufgestellt. Sie bestehen aus einem Rahmen und einem Mantel aus flexiblen Polyestergeweben, Kunststoff oder Metall. Das Material muss in der Lage sein, die beim Einblasen der Pellets entstehende elektrostatische Aufladung abzuleiten. Das Gesamtsystem muss durch ein Kabel (4 mm²) von den Anschlusskupplungen zur Potenzialausgleichsschiene fachgerecht (z. B. durch einen Elektrofachbetrieb) geerdet werden. Bei Gewebesilos ohne Absauganschluss entweicht die Förderluft durch das Silogewebe. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass die Förderluftmenge (bis zu 1.400 m3/h) durch Fenster, Türen oder andere Außenöffnungen entweichen kann.

Belüftung

  • Der Aufstellraum von Gewebesilos muss Lüftungsöffnungen nach außen aufweisen und gegenüber dem Wohnbereich abgedichtet sein.
  • Bei nach außen geführten Einblas- und Absaugstutzen (Leitungslänge < 2 m) kann die Belüftung auch über Ventilationsdeckel auf den Kupplungen erfolgen.
  • In allen anderen Fällen muss der Aufstellraum mindestens eine nicht verschließbare Öffnung ins Freie aufweisen, z. B. mittels einer 100-mm-Kernbohrung, in die ein außen mit einem Ventilationsdeckel versehener Stutzen eingesetzt wird.

Außenaufstellung

Grundsätzlich lassen sich Fertiglager auch außerhalb des Gebäudes aufstellen. Neben den statischen Anforderungen ist bei der oberirdischen Außenaufstellung auch die Windlast zu beachten. Je nach Art des Lagers und den verwendeten Materialien kann ein Schutz vor UV-Strahlen erforderlich sein. Gewebesilos im Freien benötigen auch einen Regenschutz.

Erdlager

Pelletlager, die im Erdreich vergraben werden, müssen besondere Anforderungen erfüllen. Sie müssen:

  • absolut dicht gegen Feuchtigkeit bzw. eindringendes Wasser sein
  • Kondenswasserbildung bei schwankender Luftfeuchtigkeit durch geeignete Lage oder technische Einrichtungen verhindern,
  • gegen Auftrieb gesichert sein (Grundwasserspiegel),
  • die Anbindung an das Kesselsystem über Leerrohre gewährleisten,
  • sich komplett entleeren können.

Erdlager werden aus Beton oder Kunststoff angeboten. Die Entnahme erfolgt ausschließlich als Saugentnahme von oben oder von unten. Erdlager mit unterer Entnahme verfügen über einen konischen Aufbau im unteren Silobereich. Die Übergabe der Pellets an das Fördersystem erfolgt am tiefsten Punkt. Da der statische Druck an diesem Punkt besonders groß ist, werden die Pellets im Ansaugbereich aufgelockert. Je nach Hersteller erfolgt dies durch Drehbewegungen, Vibratoren, Rückluft oder Rührwerke. Die obere Entnahme erfolgt je nach Lagermenge über einen flexiblen aufgehängten Saugkopf mit einem Rotationssystem. Das System liegt auf den Pellets auf und wandert durch seine Drehbewegung langsam durch den Raum. Bei einigen Systemen wird die Rückluft des Saugers wieder dem Lagerbehältnis zugeführt.

Befüllung

Da diese Bauart von Silos luftdicht ist, muss der Förderluftstrom bei der Pelletlieferung mittels Sauggebläse abgesaugt werden. Sollte der Hersteller des Silos keinen Stromanschluss (230 Volt) vorgesehen haben, muss dieser bauseitig erfolgen.

Erdvergrabene Lager sollten nur nach ausreichender Lüftung und vorheriger Messung des CO-Gehalts betreten werden. Generell sollte eine zweite Person anwesend sein!

Ausführungsbeispiele

Lagersysteme werden in unterschiedlichen Materialien und Bauformen angeboten: rund, quadratisch oder rechteckig sowie in unterschiedlichen Bauhöhen. Gewebesilos – umgangssprachlich auch als Sacksilos bezeichnet – werden am häufigsten mit einem unteren Konus zum Austrag der Pellets gestaltet. Trog-, Hub- und Flachbodensilos sind weitere gängige Ausführungsformen für Gewebesilos. Die Entnahme der Pellets erfolgt je nach Lagertyp von unten durch Förderschnecken oder Saugsonden oder über eine bewegliche Saugentnahme von oben.

Konussilo

Diese Art des Gewebesilos ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Pyramide. Der Konus ist aus Gewebe, Kunststoff oder Metall gefertigt. Die Entnahmestelle befindet sich am tiefsten Punkt (Punktentnahme). Die Entnahme erfolgt über Saugsonden und/oder durch kurze horizontale Schnecken, die den Anschluss zu einer Saugförderung oder einer Steigschnecke herstellen. Die Entnahmeschnecken benötigen in der Regel keine Druckentlastung. Empfehlenswert ist die Möglichkeit der Absperrung bzw. Trennung durch einen Schieber an der Übergabestelle zwischen Silo und Entnahmesystem. Konussilos werden auch in Modulbauweise angeboten. Dabei werden mehrere Entnahmepunkte ausgebildet, für die dann z. B. die Saugsonden und die automatische Umschalteinheit der Kesselhersteller verwendet werden können. So kann auch in niedrigen Räumen eine hohe Lagerkapazität realisiert werden.. Hubsilo Auch Hubsilos werden aus Gewebe gefertigt, das in einem Stahlrahmen aufgehängt ist. Sie verfügen über eine Hebemechanik, damit sich der untere Bereich des Silos bei voller Belastung absenkt und mit zunehmender Entleerung wieder anhebt. Hubsilos sind mit Saug- oder Schneckenentnahme verfügbar. Die Entnahmevorrichtung befindet sich unter dem Silo und ist damit bei vollen Silos nur schwer zugänglich.

Flachbodensilo

Flachbodensilos sind in quadratischer oder rechteckiger Form verfügbar. Sie unterscheiden sich durch einen horizontal ebenen Boden von anderen Gewebesilos. Durch den Verzicht auf Schrägen im unteren Bereich wird eine gute Raumausnutzung erreicht, aber die Pellets können nicht mehr allein durch die Schwerkraft in Richtung Entnahmepunkte fließen. Deshalb muss die Entnahme von unten entweder mittels Rührwerk mit Schneckenaustrag oder durch Saugsonden realisiert werden. Alternativ kann über eine flexible Saugsonde von oben ausgetragen werden. Flachbodensysteme können nicht vollständig entleert werden. Je nach Hersteller verbleibt ein Restinhalt von 2 bis 15 Prozent. Systeme mit unterem Spreizrahmen vereinen Eigenschaften eines Flachbodensilos mit denen eines Konussilos. Der Spreizrahmen ermöglicht auf Kosten der Raumausnutzung einen kleinen Abstand zwischen Siloboden und dem Boden des Aufstellraums. Dadurch kann sich der Siloboden leicht nach unten wölben – mit Unterstützung eines Vibrationselements ist eine Punktaustragung möglich. So lässt sich das verbleibende Restvolumen an Pellets im Vergleich zu reinen Flachbodensilos reduzieren.

Trogsilo

Trogsilos sind eine volumenoptimierte Variante des Gewebesilos für schmale Räume. Sie können aufgrund der Bauform im Allgemeinen bis unter die Raumdecke befüllt werden. Die Entnahme erfolgt entweder per Schnecke, die die Pellets zu einem Absaugpunkt oder direkt zum Pelletkessel fördert, oder durch mehrere Saugsonden